Feb 032012
 

Ministerpräsident Kretschmann hat’s da schon wirklich gut. Seine beiden besten Freunde -er selbst weiß das noch nicht wohl- sind vermutlich der Schützenmeister des  Schützenvereins Laiz, Ralf Kruse,  und die WSV-Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange. Diese beiden stehen zu hundert Prozent hinter ihm und auch zu seinen Aussagen.

Sie erinnern sich, liebe Leser, am 24. März 2011 habe ich Sie gebeten bei der BaWü-Landtagswahl nicht Rot oder Grün zu wählen: Wen soll man wählen? Wie die Wahl ausgegangen ist, eben weil auch viele aus den Reihen der Sportschützen Grün und Rot gewählt haben, konnte man dann am Wahltag sehen. Nachdem dann der Grün-Rote Koalitionsvertrag, in dem die faktische Abschaffung des Schießsports gefordert wird, in trockenen Tüchern war, forderte ich am 28. April 2011: Kretschmann muß weg.

Man hätte mit einer solchen, medienwirksamen, Aktion auf die Probleme der Sportschützen aufmerksam machen können, man hätte gezeigt, daß man sich nicht alles gefallen läßt und auch mal Zähne zeigen kann. Aber nichts geschah, die Verantwortlichen beim SV Laiz -Herr Kruse- und beim WSV -Frau Lange-  nahmen Kretschmann in Schutz, sagten, er sei ja gar kein so schlechter Kerl und außerdem bestimmt noch nützlich.

Wie nützlich die Grün-Rote Brut für uns Sportschützen ist, hat sich dann schnell erwiesen.  Trotz „sehr guter Gespräche“ mit Innenminister Gall hatte dieser -wenige Tage nach dem Attentat von Oslo- nichts besseres zu tun, als Kretschmanns Forderungen zu wiederholen. Meine damalige Mahnung, daß Oslo zum Fukushima der Sportschützen werden würde, unser persönliches Osloshima quasi, wurde von den Verantwortlichen – auch von Frau Lange und Herrn Kruse- nicht ernstgenommen.

Erst nachdem ich das Märchen vom Michel und seinem Vater veröffentlicht hatte, kam ein kleines bißchen Bewegung in die Sache. Aber nur bei einem anderen Verband, keinesfalls beim WSV und dem DSB. Dort war man damit beschäftigt, mich mundtot zu machen. Kapiert, um was es mittlerweile tatsächlich geht, nämlich um ein künftiges Komplettverbot des Schießsports, hatte bis dahin keiner der DSB-Mitglieder.

Zwischenzeitlich hatte mich ein anderer Verband sogar als Nazi „enttarnt“.  Das war nicht lustig. Anstatt gemeinsam gegen den gemeinsamen Gegner vorzugehen, bekämpft man lieber den Überbringer der schlechten Nachrichten.

Nun, am 30. Dezember 2011 war es dann soweit, die Katze wurde aus dem Sack gelassen, ein bundesweites Verbot des Großkaliberschießens gefordert. Frau Lange wollte daraufhin „um alle Disziplinen kämpfen„. Nicht sehr erfolgreich, hat sie doch auch kategorisch die Unterstützung von Pro-Legal, der Waffenbesitzergewerkschaft, abgelehnt. Was sie in ihrem Präsidenten-brief schreibt, zeugt von purer Ohnmacht, vor allem wenn sie am Schluß des Schreibens regelrecht bettelt:

Ebenso wäre ich dankbar für Rückmeldungen, wer über gute Kontakte zu Bundespolitikern verfügt, wir werden alle Unterstützung brauchen, die wir bekommen können.

Tja, Pro-Legal hätte ihr sicherlich helfen können. Aber wer nicht will, hat schon, dem ist nicht mehr zu helfen……

Aber die Sahne auf dem Kuchen, das Tüpfelchen auf dem „I“, das, was -zumindest bei mir- das Faß zum Überlaufen gebracht hat, das war, was Kretschmann sich dieser Tage erneut geleistet hat. Er hat dem WSV ins eigene Wohnzimmer gekackt, Frau Lange wischt es auf und sagt: „ist doch nicht so schlimm“.

Meiner erneuten Forderung nach einem Rausschmiß des Nestbeschmutzers Kretschmann kommt der Laizer Schützenverein natürlich nicht nach. Ein längeres Gespräch mit Herrn Kruse war sehr ernüchternd, er ist anscheinend -ob seiner Blauäugigkeit- nicht in der Lage, diese gefährliche Situation zu analysieren und zu bewerten. Auf die Frage, was wohl passieren würde, wenn nächstes Jahr eine Grün-Rote Bundesregierung gewählt würde (die Chancen dafür stehen sehr gut) sagt er, daß er dann einen Stammtisch hätte, das Schießen wäre ihm nicht so wichtig. „I könnt‘ morge scho damit aufhöre“ war seine Aussage.  Seinen Großkaliberschützen würde ein Verbot ebenfalls nichts ausmachen, die würden dann halt Kleinkaliber oder Luftpistole schießen. „Solang’s no geht„. Aber den Kretschmann rausschmeißen, nein, „ein so ein lieber Mensch“ das kann man dem nicht antun. Der Verein hätte das einstimmig beschlossen, alle Mitglieder.

Politik interessiere ihn nicht, er habe genug zu tun, da wolle er sich nicht auch noch darum kümmern. Auf meine Argumente, daß der Schießsport in arger Bedrängnis ist, wollte er gar nicht eingehen. Die Frau Lange sähe das wohl auch nicht so eng.

Liebe Leser, diese Argumentation höre ich fast täglich. Viele Gespräche mit Vereinspräsidenten und Schützenmeistern, vor allem aus dem DSB,  ergeben dasselbe Bild: Sie gehen sehenden Auges in den Untergang, nur weil ihre jeweilige Landesverbandsleitung nicht in der Lage ist, ihre Vereine umfassend über die aktuelle Situation aufzuklären. Stattdessen fährt man eine Politik des Stillhaltens, „Ruhe bewahren“ ist das Motto. Was zu anderen Zeiten sicher taugen würde. Aber nicht heute.

Heute ist eher ein kleines bißchen ziviler Ungehorsam gefragt. Was aber mit vielen der derzeitigen „Fürsten“ einfach nicht machbar ist, aufgrund derselben oder ähnlicher Denkweise wie bei Kruse und Lange.

Was kann man aber tun? Herr Kruse hat mir rechtliche Schritte angedroht, sollte meine Berichterstattung über unser Gespräch „unpassend“ ausfallen. Ebenso möchte er keine Mails oder Briefe erhalten, die ihn zum Rauswurf Kretschmanns auffordern. Das würde m.E. auch gar nichts mehr nutzen, er ist da sehr resistent. Besser wäre wohl, ihm zu seiner Entscheidung zu gratulieren. 🙂

Aber vielleicht -weil Herr Kruse ja ausdrücklich im Namen aller seiner Mitglieder spricht- würde es helfen, diese Mitglieder mal anzupacken, sind diese ja auch an der Misere mitschuldig. Wenn’s stimmt, was Herr Kruse sagt. Wenn nicht, kriegt er eine auf den Deckel, und zwar von seinen eigenen Leuten. Was dann auch wieder hilft.

Man könnte -wenn man wollte-  die Wettkämpfe der Laizer Mannschaften sabotieren,  einfach als Gegner nicht zu den angesetzten Wettkämpfen antreten. Oder hingehen und dann nicht schießen. Mit der Begründung, daß die Laizer lieber ihr Mitglied Kretschmann decken, als für den Schießsport als ganzes einzutreten und man nichts mit solchen „Sportkameraden“ zu tun haben möchte.

Man könnte auch die Meisterschaften des WSV meiden, einfach nicht melden oder hingehen, aber in jedem Fall eine schriftliche Begründung dafür hinterlassen. An Frau Lange gerichtet. Ich weiß, daß andere Kameraden dies schon getan haben, für mich, als mich der BSSB auf dem Kieker hatte. (Danke Oliver, stellvertretend für alle!)

Mir ist klar, daß das schwierig wird, für diejenigen, die es durchziehen. Es ist auch mit Kosten verbunden, wer nicht antritt muß ein Strafgeld zahlen. Die evtl. sicheren Punkte fallen flach, gehen an Laiz. Das will gut überlegt sein.

Zuguter Letzt denke ich, daß, wer eine solche Haltung zu unserem Sport zeigt, auf seinem Posten untragbar ist. Sie, liebe Leser aus Württemberg, sollten Ihre Delegierten zum Landesschützentag über diese Vorgänge informieren, sie auffordern, Konsequenzen daraus zu ziehen.

Wem fällt etwas besseres ein? Kommentare sind erwünscht.

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  • Es gibt in diesem Land wieder Menschen, die von Presse, Funk und Fernsehen in „Goebbels-Manier“ diffamiert werden. Weil sie ein Hobby haben, das von diesen „Journalisten“ nicht akzeptiert wird.
  • Es gibt in diesem Land wieder ehrliche, unschuldige Menschen, die damit rechnen müssen, daß morgens um 6 Uhr die Polizei in ihre Wohnung will. Weil für sie das Grundrecht der „Unverletzlichkeit der Wohnung“ nur noch eingeschränkt gilt!
  • Es gibt in diesem Land wieder Menschen, die Angst um ihr ehrlich erworbenes Eigentum haben müssen. Weil für sie das Grundrecht auf Eigentum nicht mehr gilt!
  • Es gibt in diesem Land wieder Organisationen und Bündnisse, die diffamieren diese ehrlichen, unschuldigen Menschen als potentielle Mörder und Amokläufer! Weil sie erst DANN einen Grund haben, schärfere Gesetze gegen diese Menschen zu fordern.
  • Es gibt in diesem Land wieder Parteien, die stellen diese Menschen GENERELL als Gefahr für unsere Sicherheit dar. Weil ihnen eingeschränkte Grundrechte noch nicht ausreichen und sie Gesetze wie in Polizeistaaten einführen wollen!
  • Es gibt in diesem Land wieder Politiker, die zu FEIGE sind, sich schützend vor diese Menschen zu stellen. Weil sie Angst um ihre Karriere haben.
  • Es gibt in diesem Land wieder Menschen, die finden das alles richtig und korrekt! Weil es ja Recht und Ordnung ist. Und weil es ja NUR „die Anderen“ betrifft.
  • Denn eines ist wohl klar: Wer unschuldige Menschen als Mörder und Amokläufer diffamiert, sie als Gefahr für unsere Sicherheit bezeichnet, und damit einverstanden ist, daß für diese Menschen die Grundrechte nicht mehr gelten, der hätte 1933 auch die braune Uniform angezogen!

    Und Sie, liebe Leser?

    SIE wissen überhaupt nicht wer hier gemeint ist?  Dann sollten SIE sich schnellstens kundig machen!  Damit SIE nicht eines schönen Tages sagen müssen, so wie viele Menschen nach 1945:

    „Das habe ICH alles nicht gewusst…!“

     

     Michael Kuhn

    oder sogar weniger, bis zur Bundestagswahl,
    der daraufhin
    wahrscheinlich folgenden Zeitenwende für den
    Schießsport, die Jagd und das Waffensammeln,
    sowie
    dem damit verbundenen Verlust Ihrer Freiheitsrechte
    und Ihrer Sport- u. Jagdwaffen
    (auch der Druckluft- u. Kleinkaliberwaffen)

      7 Responses to “Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde zu fürchten”

    1. So langsam werde ich das gefühl nicht los, dass jeder als Nazi diffamiert wird, der nicht oben auf ser (…) rot-grünen Welle schwimmt…
      Es ist für mich grauenhaft, mich laufend Generalverdacht und Diffamierung ausgesetzt zu sehen, für etwas, das ich ich schon seit ich denken kann, tue: den Umgang mit Waffen… und zwar ungebremste Amgriffe hinnehmen zu sollen von Leuten, die nicht begreifen, dass unser affG gerade mal 40 Jahre alt ist, es vorher keinerlei Reglementierungen von Langwaffen und recht wenige bzgl. Kurzwaffen und schon gar keine WBKs gab… und trotzdem passierte weniger, als heute… Woran das wohl liegt? Die ganze Waffengesetzhudelei von damals wurde wegen radikalen Linken hochgepuscht… der Bader-Meinhof-Bande… und die heutigen Linken wollen noch weiter gehen… Armes Deutschland!!

    2. Hallo an alle (aufrichtigen) Sportschützen zusammen,

      auf unsere sog. „Interessensvertreter“ gebe ich schon gar nichts mehr. Denn in meinem Schützenkreis (12) habe ich bisher noch nicht einmal irgendwas zu dem Thema Sportschützen und Sportschießen in Zusammenhang mit Waffenrechtsverschärfung überhaupt vernehmen können – selbst eine direkte Anfrage blieb unbeabtwortet. Alle, die dem DSB und seinen angeschlossenen Unterverbänden zugehörig sind, kann und werde ich ab jetzt nicht mehr ernst nehmen können.

      Diese erwachen aber auch niemals aus ihrer Lethargie – die haben ganz einfach keine Ahnung was überhaupt ins Haus steht!!! Oder sie sind von Blindheit und Ignoranz geschlagen.

      Hauptsache blauäugig und mit der Hoffnung, daß alles nicht so schlimm werden wird.

      Allen, die so denken, wünsche ich angehme Träume…

      Ich bin darauf vorbereitet, da unser schöner Sport nach 2013 sukzessiv ganz einfach nicht mehr sein wird.

      Auch aufgrund einer nicht zu verstehenden Passivität
      der jeweils (großenteils) betroffenen Sportschützen, die zwar maulen aber es dann leider an jeglicher Aktivität fehlen lassen.

      Das ist auch ein weiteres Problem auf der Vorstandsebene einiger Vereine und auch der Verbände.

      Tappatoni sagte irgendwann einmal: “ Ich habe fertig“ und dem schließe ich mich jetzt (leider) an.

      Der einzige Hoffnungsschimmer ist tatsächlich Pro-Legal.de. Denn die legen sich für uns legale Schützen wirklich krumm.

      Mit besten Schützengrüßen

      Norbert

    3. Ich fordere alle Mitglieder des WSV auf, zum Landesschützentag am 21.04.2012 anzureisen, vorher einen Misstrauensantrag bzgl. Frau Lange stellen, wegen Schädigung der Belange des Sportschießens und des Besitzerhalts der Sportgeräte.

      Gründe:

      Abdrucken der Laudatio von Herrn Kretschmann in der Einladung (s.o.)

      Verniedlichung der Folgen, die die GK-Verbotsforderung des IM Gall für den Schützensport darstellt.
      http://waffenpflege.tetra-gun.de/archives/229

      Fehlerhafte Interpretation der Waffenrechts-Evaluation Baden-Württemberg
      http://www.wsv1850.de/cms/docs/doc9568.pdf

      Im Gegensatz zu echten statistischen Auswertungen:
      http://www.legalwaffenbesitzer.de/index.php/behoerdeninstitutionen/doc_download/206-evaluation-waffenrecht-in-baden-wuerttemberg-2011.html

    4. Es ist schlichtweg zu kotzen! Man möge mir den Ausdruck nachsehen, aber anders kann ich es nicht mehr ausdrücken. Die Sportschützen brauchen die Bemühungen von Lange und Kretschmann gar nicht, um sich abzuschaffen. In unserem Verein habe ich die Petition hinsichtlich Anscheinswaffen ausgelegt und Vordrucke zur Mitzeichnung. Exakt 2 Schützen (von 170!!) haben sich beteiligt. Ausreden:
      – schieße nur Kleinkaliber/ Vorderlader
      – kriegen die sowieso nicht durch
      – ist doch nur Wahlkampfgetöse
      Da passen diese Äußerungen von Herrn Kruse genau dazu. Die absolute Mehrheit der Sportschützen hat nichts begriffen. Oder es ist ihnen egal, weil “I könnt’ morge scho damit aufhöre”…
      Egal, machen wir weiter. Zeigen wir unseren Feinden und den falschen Freunden, dass wir nicht aufgeben. Wir können nur noch gewinnen, verloren haben wir schon.

    5. Es ist offensichtlich, dass ausser pro legal und ein paar wenigen neben Michael Kuhn anscheinend keiner mehr kämpfen kann und will, wenn es um die geplante Enteignung der legalen Waffenbesitzer geht.

      Auch Nichtwaffenbesitzer können sich aufgrund der mittlerweile abzeichnenden rot-rot-grünen Mehrheitsverhältnisse im Bundestag darauf einstellen, dass die Gleichmacherei à la DDR 2.0 kommen wird in den nächsten 1 oder 2 Jahren.

      Einheitsplasteundelastepseuddoökoauto(dort früher Wartburg und Co.), Einheitswohnung(dort früher Plattenbau),Einheitssupermarkt(dort früher Kaufhalle), Einheitssportart(dort früher Leichtathletik und Schwimmen)

      Anscheinend sind wir zumindest hier „so satt“, dass wir die kommenden DDR 2.0 Verhältnisse durchaus akzeptieren können, wenn man der fatalistischen Einstellung einiger Schützen Glauben schenken darf.

      Ich werde das nicht tun und werfe jetzt meinen GELÄNDEWAGEN an, weil ich heute noch zum SKIFAHREN an den KUNSTSCHNEEBESCHNEITEN Skihang fahren möchte…

      In diesem Sinne trotzdem fröhliche Schützengrüsse,
      Jörg Rögener

    6. Das Wort vom „Laizer Schützen“ oder „Du Laizer!“ wird einmal die gleiche Bedeutung haben, wie in Norwegen der „Quisling“. Nämlich ein Verräter, ein Kollaborateur mit dem Feind …

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