Apr 202011
 

Das Thema Verkehrstote hatten wir ja schonmal, bitte hier klicken: Fahrzeugführer töten zehnmal mehr Menschen als Waffenbesitzer. Damals, im Juli 2010 war ich noch der Meinung, man würde die Kfz-Besitzer u. -Benutzer nicht weiter drangsalieren wollen, deren Lobby wäre wohl zu groß. Diese Ansicht muß ich nun wohl (nur) etwas revidieren, wie dieser Artikel der Süddeutschen zeigt: Ramsauer will Alkoholsünder mit „Alkolocks“ stoppen„.

„Sie sind gerade mal so groß wie Navigationsgeräte und direkt mit der Zündung des Autos gekoppelt: Alkolocks. Hat der Fahrer getrunken, dann verhindern sie, dass der Wagen anspringt. Union und FDP wollen Alkoholfahrten nun von vorneherein verhindern und machen sich für die Einführung solcher elektronischer Wegfahrsperren stark.“

Im Jahr 2009 (letzte erhältliche Statistik) standen 3% der in Personenschadensunfälle verwickelten Verkehrsteilnehmer unter Alkoholeinfluß, was genau 17.658 Personen betrifft. Diese verursachten 17.434 Unfälle mit 22.175 Verunglückten, davon 440 Tote. Wohlgemerkt, nur Alkoholunfälle! Bei insgesamt 4.152 (dieselbe Quelle spricht andernorts von 4.192) Verkehrstoten entspricht dies 10,6%.

Insgesamt waren 43.821 Unfälle unter Alkoholeinfluß zu verzeichnen, was bedeutet, daß nur knapp 1 Promille aller Führerscheininhaber in einen alkoholbedingten Unfall verwickelt waren.

Alles vermeidbar? Nach Ansicht der Bundesregierung – Ja! Einfach ein zusätzliches Kästchen ins Auto, vor Fahrtantritt pusten, das Kfz geht oder geht nicht. Soweit so gut. Es würden sich also mindestens 440 Tote vermeiden lassen, aber nur, wenn jedes Kfz mit einem „Alkolock“ ( oder Alkmatix?) ausgestattet wäre. Genau das will man dann aber doch nicht haben:

„Allerdings sollten die elektronischen Wegfahrsperren nicht verpflichtend für alle Autofahrer eingeführt werden, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums in Berlin. Für bereits wegen Alkohol am Steuer aufgefallene Verkehrsteilnehmer sei eine freiwillige Lösung jedoch sinnvoll.

Eine Ministeriumssprecherin sagte, Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stehe einem freiwilligen Einbau offen gegenüber, lehne aber einen verpflichtenden Einbau ab. Dagegen sprächen zum einen moralische Gründe, weil man nicht alle Autofahrer unter einen Generalverdacht stellen dürfe. Zum anderen verwies sie auf die Kosten für den Einbau, die Eichung und die Wartung der Geräte. Der Einsatz von „Alkolocks“ müsse auf EU-Ebene geklärt werden.

Interessant dabei: 71% aller Alkoholunfälle waren Vorsatztaten, die Verursacher hatten über 1,1 Promille Blutalkohol, jeder fünfte (20%) hatte sogar mehr als 2,0 Promille.

Nun, Vergleiche mit Waffenbesitzern anzustellen, wäre jetzt wohl nach Meinung einiger Gutmenschen nicht zulässig. Die darf man gerne unter Generalverdacht stellen, sind sie doch per se die „Bösen“. In Deutschland wurden 2009 zwar nur 88 Menschen vorsätzlich mit  Schußwaffen (illegal/legal) umgebracht, davon nur 3 von Sportschützen, die zählen bei unseren Politikern und den Medien aber anscheinend jeder einzelne hundertfach. Denn, alkoholbedingte, vorsätzliche Tötungen im Straßenverkehr sind etwa 312 zu zählen.

Ich sage: Es ist richtig, nicht jeden Autofahrer unter den Generalverdacht, er sei Alkoholsünder, zu stellen. Ich wehre mich aber auch gegen die Vorverurteilung von Sportschützen als potentielle Mörder, als die wir von der Politik, den Medien und den Kirchen bezeichnet werden. Beispiele dafür sind hier in meinem Blog genug zu finden.

Michael Kuhn

  3 Responses to “Autofahrer gebt fein Acht, Ihr steht jetzt auch unter Generalverdacht!”

  1. rauchen tötet mehr menschen als legale waffen
    alkohol tötet mehr menschen als legale waffen
    autos, leistungssport, medikamente, ärzte tötet mehr menschen als legale waffen
    aber….. waffen sind eben böse – und darum sind wir dagegen – besonders diejenigen gutmenschen die völlig anungslos sind

  2. Die Totesopfer durch Waffen in privat Händen, sind extrem gering, trotzdem hat man es als Waffenbesitzer nicht leicht. Und die Medien verschaukeln noch die Tatsachen.

Sorry, the comment form is closed at this time.